100 Jahre musikalische Arbeit – 100 Jahre Ehrenamt – 100 Jahre Gemeinschaft: „PRO MUSICA-Plakette“ für den Feuerwehrmusikzug beim Jubiläumskonzert

Das klingt gut – und zwar schon seit 100 Jahren: Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Henstedt-Ulzburg lud unter dem Titel „Ein Jahrhundert im Takt – the Greatest Show unseres Feuerwehrmusikzugs“ zum Jubiläumskonzert ins Bürgerhaus. Der Einladung folgten nicht nur zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger, sondern neben Bürgermeisterin Ulrike Schmidt auch verschiedene Amts- und Würdenträger, die neben wertschätzenden Worten diverse Gaben im Gepäck hatten. Herausragend war dabei die „PRO MUSICA-Plakette“ als höchste Auszeichnung für Amateurmusik in Deutschland, die Guido Wendt als Kulturstaatssekretär des Landes Schleswig-Holstein aus dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur im Namen des Bundespräsidenten an den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Henstedt-Ulzburg verlieh.
Der Feuerwehrmusikzug bot den Gästen eine musikalische Zeitreise durch die vergangenen 100 Jahre. Aus jedem Jahrzehnt hatten die Musikerinnen und Musiker ein besonderes Werk herausgesucht. Eine kurze Erklärung oder Hintergrundgeschichte zu jedem Musikstück kam von der Dirigentin Vanessa Preiß. Im ersten Teil des Konzerts gab es dazwischen kurze Ansprachen. Die Moderation übernahm dabei Steve Grube als stellvertretender Gemeindewehrführer, der herzliche Grüße auch von Dietrich Vahldiek als Gemeindewehrführer ausrichten ließ. Dieser konnte aus beruflichen Gründen nicht beim Jubiläumskonzert dabei sein. Die Begrüßung übernahm Nils-Peter Schulz als Ulzburger Ortswehrführer, welcher der Musikzug angehört. Wie er erklärte, hatte er selbst den Musikzug zunächst als Teil der Feuerwehr, der eben bei allen Events dazu gehört, als „normal“ wahrgenommen. Spätestens als Ulzburger Ortswehrführer sei ihm aber bewusstgeworden, was Besonderes eigentlich dahinterstecke. „Wie viel Energie, Herzblut, Fleiß und Schweiß Ihr in das investiert, was wir Leute feiern, das ist nicht normal“, lobte er das außerordentliche Engagement der Musikerinnen und Musiker. Nils-Peter Schulz freute sich, dass mit Heinz Rohwer, Hans-Jürgen Weinkauf und Walter Bruhn drei ehemalige langjährige Musiker vor Ort waren. Zudem begrüßte er mit Wilhelm Langbehn und Rolf Schulz zwei Ehrenwehrführer und mit Alt-Bürgermeister sowie Ehrenbürger Volker Dornquast ein weiteres Ehrenmitglied der Feuerwehr.
„100 Jahre und kein bisschen leise – das trifft auf den Musikzug unserer Freiwilligen Feuerwehr bestens zu“, begann Bürgermeisterin Ulrike Schmidt ihre Rede, in der sie nicht nur die langjährige und stete Arbeit der Musikerinnen und Musiker würdigte, sondern auch vor Augen führte, auf wie vielen Events der Feuerwehrmusikzug für die musikalische Begleitung sorgt. „Als Bereicherung nicht nur des kulturellen Lebens in unserer Gemeinde ist er daraus nicht mehr wegzudenken. Denn die Konzerte tragen zu einem lebendigen Gemeindeleben bei“, so Ulrike Schmidt, die die Musikerinnen und Musiker auch als klingende Botschafterinnen und Botschafter der Gemeinde bezeichnete. „Viele Zuhörerinnen und Zuhörer sind dabei immer wieder begeistert, was für Stücke mit ‚klassischen‘ Instrumenten von dem Musikzug neu interpretiert werden können.“ Besonders hob sie hervor, was für eine Kraft nicht nur Musik, sondern auch das Musizieren habe – schließlich entstehe dabei etwas, das keiner hätte alleine schaffen können. Auch über die Auszeichnung mit der „PRO MUSICA-Plakette“ freute sie sich sehr. „Diese Auszeichnung könnte kaum besser passen“, so die Bürgermeisterin. „Denn sie ehrt nicht einfach ein Alter. Sie ehrt ein Lebenswerk: 100 Jahre musikalischer Arbeit, 100 Jahre Ehrenamt und auch 100 Jahre Gemeinschaft.“ Bürgervorsteher Henry Danielski überreichte im Anschluss nicht nur eine Glückwunschkarte der Gemeinde an Musikzugführer Volkhard Raetsch als Symbol für die bereits überwiesenen Mittel aus der offiziellen Ehrungsrichtlinie der Gemeinde, sondern auch einen Umschlag mit Geld, das er in der Gemeindevertretung gesammelt hatte.
Kulturstaatssekretär Guido Wendt erklärte in seiner Ansprache, dass auch für ihn dieser Abend ein ganz besonderer sei. „Es kommt nicht so häufig vor, dass man den Bundespräsidenten vertritt und die allerherzlichsten Grüße von ihm ausrichten darf“, sagte er. Denn schließlich wird die „PRO MUSICA-Plakette“ vom Bundespräsidenten gestiftet. Der Staatssekretär zeigte sich nicht nur von der Freiwilligen Feuerwehr Henstedt-Ulzburg im Generellen, sondern auch von dem Feuerwehrmusikzug im Speziellen beeindruckt zeigte. „Er wurde vor 100 Jahren mit neun Musikern, ausschließlich Männern, gegründet. Heute sind es 34 Musikerinnen und Musiker, die seit 2024 erstmals von einer Frau dirigiert werden – diese Zahlen zeigen, wie sich die Gesellschaft verändert“, so Guido Wendt. „Und auch Ihr Repertoire zeigt mir: Stillstand, das ist nicht Ihr Prinzip.“ Unter Applaus überreichte der Staatssekretär dann die „PRO MUSICA-Plakette“ an Volkhard Raetsch. Mit ihr werden Orchester gewürdigt, die sich nachweislich seit mindestens 100 Jahren aktiv und kontinuierlich um die Pflege des instrumentalen Musizierens verdient gemacht haben. Die Ehrung betont die Bedeutung des amateurgetragenen Musizierens für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die kulturelle Vielfalt und die musikalische Bildung.
Für den Landesfeuerwehrverband und den Kreisfeuerwehrverband Segeberg war der stellvertretende Kreiswehrführer André Folta vor Ort. Er brachte neben lobenden Worten Urkunden beider Verbände mit. Auch Kay Prieß überbrachte in doppelter Funktion seine Anerkennung. Als Präsident des Musikerverbands Schleswig-Holstein (MVSH) hatte er einen Jubiläumsteller dabei und als erster Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV) überreichte er die Goldene Plakette.

