Henstedt-Ulzburg freut sich über einen genehmigten Haushalt
Die vorläufige Haushaltsführung in Henstedt-Ulzburg ist beendet: Nach dem Beschluss in der Sitzung der Gemeindevertretung am 27. Januar wurde der Haushalt am 12. Februar auch von der Kommunalaufsicht genehmigt. Die Gemeinde kann durch die frühe Genehmigung nun zügig in die Haushaltsbewirtschaftung gehen, was ihre Handlungsfähigkeit bei der Umsetzung wichtiger Projekte in Bereichen der Infrastruktur, Kinderbetreuung, Sportförderung und Daseinsvorsorge sicherstellt.
„Besonders erfreulich ist, dass auch für 2026 wieder ein ausgeglichener Haushalt in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und politischen Gremien aufgestellt werden konnte. Darin unterscheidet sich die Gemeinde Henstedt-Ulzburg von vielen Kommunen im Kreis Segeberg und im Hamburger Umland“,
sagt Bürgermeisterin Ulrike Schmidt.
„Viele Gemeinden müssen Haushalte mit Defiziten in mehrstelliger Millionenhöhe aufstellen, weil stark steigende Kosten und zusätzliche Pflichtaufgaben stagnierenden Erlösen gegenüberstehen.“
Wie sie erklärt, habe die Gemeinde Henstedt-Ulzburg mit ihrer kontinuierlichen Entwicklung von Gewerbegebieten und gezielten Ansiedlung von Gewerbebetrieben mit einem sehr gesunden Branchenmix seit Langem vorgesorgt.
„Henstedt-Ulzburg ist ein Standort, der hält, was er verspricht – für Unternehmen genauso wie für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass unsere Strategie aufgeht: Wir wachsen – und zwar qualitativ wie quantitativ“,
erklärt Ulrike Schmidt.
„Unser Erfolgsmodell beruht auf drei Pfeilern: Starke Branchen, eine erstklassige Lage direkt an der Autobahn 7 und ein engagiertes Netzwerk. Wir unterstützen Unternehmen, wir gestalten die Rahmenbedingungen aktiv mit – und wir vernetzen.“
Wie die Bürgermeisterin erklärt, werde bei der Ansiedlung bewusst ganz genau hingeschaut. So sollen Unternehmen einen hohen Mehrwert mitbringen – gemessen am Gewerbeertrag und an der Arbeitsplatzdichte pro Fläche. Unternehmen, die ausbilden und die bereits in regionale Wertschöpfungsketten eingebunden sind, werden als besonders passend bewertet.
„Mit über 40 Prozent Beschäftigungswachstum seit 2014 gehören wir zu den dynamischsten Wirtschaftsstandorten in Schleswig-Holstein“,
so die Bürgermeisterin.
„Und diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen und weitere Unternehmen von unserem attraktiven Standort überzeugen. Neue Gewerbeflächen in der Größe von 1.400 bis 9.000 Quadratmetern entstehen im Gebiet des Bebauungsplans Nummer 110 und werden bereits vor Fertigstellung der nahenden Erschließung rege nachgefragt. Größere Flächen von 15.000 bis 50.000 Quadratmetern werden bis 2028 im Gebiet des Bebauungsplans Nummer 123 entwickelt.“
Die Strategie geht auf: Seit 2021 steigen die Gewerbesteuererträge jährlich um mehrstellige Millionenbeträge an. Die 2025 erzielten Erträge betrugen das dreifache der Gewerbesteuereinnahmen des Jahres 2020. 2025 war durch einige Sondereffekte zwar ein außergewöhnlich ertragreiches Jahr, aber für den Haushalt 2026 und die Folgejahre konnte die Gemeinde dennoch eine deutliche strukturelle Steigerung der Steuerkraft einplanen.
„Das ist aufgrund der stark steigenden Kosten- und Aufgabenlasten auch zwingend notwendig, um die hohen Investitionen in Schulbauten, Straßen und Kanäle, ein neues Feuerhaus und verschiedene Sportanlagen zumindest anteilig aus eigener Finanzkraft finanzieren zu können“,
sagt Sabine Dornis als Fachbereichsleiterin „Finanzen“.
„Die mittelfristige Finanzplanung der Gemeinde zeigt bereits die finanziellen Herausforderungen, die erforderliche Kreditaufnahmen für geplante Investitionen mit sich bringen. Die Aufwendungen für Zinsen und die Tilgungsleistungen belasten die künftigen Haushalte zunehmend.“
Für 2026 liegt die Genehmigung für die Kreditaufnahmen und Auftragserteilungen für zukünftige Haushaltsjahre noch nicht vor.
„Das liegt daran, dass aufgrund von Verzögerungen durch Personalengpässe und externe Unterstützungsleistungen der Jahresabschluss 2024 noch nicht fertiggestellt werden konnte, der jedoch Voraussetzung für die Erteilung der Genehmigung ist“,
so Sabine Dornis.
„So wird dieser Teil der Genehmigung erteilt, sobald der Jahresabschluss 2024 bei der Kommunalaufsicht vorgelegt wird. Da die Gemeinde dank ihrer hohen Steuerkraft in einer sehr guten Liquiditätslage ist, sind keine Einschränkungen für die in den nächsten Monaten anstehenden Investitionen zu erwarten.“
Um auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, ist die Verwaltung mit den politischen Gremien in engem Austausch, um Verbesserungen der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde in den kommenden Jahren durch gezielte Konsolidierungsmaßnahmen zu erreichen.
„Dabei geht es zum einen um die Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung und Vermarktung von Gewerbeflächen sowie die gezielte Ansiedlung erfolgsversprechender Gewerbebetriebe. Und es geht zum anderen um die Effizienzsteigerung der Prozesse innerhalb der Verwaltung und die Begrenzung von Ausgabensteigerungen, ohne das Leistungsspektrum und die Investitionstätigkeit einzuschränken“,
erklärt Bürgermeisterin Ulrike Schmidt.
„Viele Faktoren liegen aber außerhalb der Einflusssphäre der Gemeinde. Zusätzliche Aufgaben und steigende Sozialausgaben werden nicht in ausreichender Höhe von Bund und Land ausgeglichen. Die Kommunen und ihre Interessenvertretungen setzen sich gemeinsam dafür ein, dass das immer größer werdende Ungleichgewicht wieder ausgeglichen wird. Da aber Kreis und Land ebenfalls gegen Defizite kämpfen, besteht wenig Aussicht auf eine angemessene Umverteilung.“
