„Gleichstellung macht den Unterschied!“: Aktion am 6. März zum Internationalen Frauentag
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Bereits seit 1909 wird an diesem Tag weltweit auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam gemacht. In Henstedt-Ulzburg weist die Gleichstellungsstelle der Gemeinde darauf mit einer besonderen Aktion hin. So wurden Büroklammern im Frauenzeichen und mit dem Slogan „Gleichstellung macht den Unterschied“ gestaltet, die am Freitag, 6. März, an Bürgerinnen und Bürger im Rathaus verteilt werden.
Vor dem Gesetz sind Männer und Frauen in Deutschland seit langem gleichberechtigt, das garantiert Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes. Diese Errungenschaft haben die vier „Mütter des Grundgesetzes“, Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel, vor mehr als 75 Jahren erkämpft. Da aber Gleichberechtigung, also gleiche Rechte und Pflichten, noch keine gleichen Lebensbedingungen für Frauen und Männer garantieren, wurde vor mehr als 35 Jahren der Staat mit dem Verfassungszusatz „… und der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung“ in die Pflicht genommen, dem bestehenden rechtlichen Anspruch, auch Taten und Maßnahmen folgend zu lassen. Ziel ist die Überwindung struktureller Ungleichheitsverhältnisse, die Frauen und marginalisierte Gruppen benachteiligen.
„Während Gleichberechtigung die rechtlichen Rahmenbedingungen schafft, zielt Gleichstellung auf die tatsächliche Chancengleichheit von Frauen und Männern ab. Gleichstellung macht den Unterschied!“,
weiß Gleichstellungsbeauftragte Svenja Gruber.
„Trotz 75 Jahren Grundgesetz und 35 Jahren Verfassungsauftrag bestehen weiterhin deutliche Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen in Deutschland.“
So zählt sie auf:
- Frauen leisten 43,4 Prozent mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer.
- Nur rund 29 Prozent der Führungspositionen in Deutschland sind mit Frauen besetzt.
- Der unbereinigte Gender Pay Gap beträgt 16 Prozent – Frauen verdienen folglich im Lebensverlauf deutlich weniger, Altersarmut ist weiblich.
- Der Bundestag besteht aktuell nur zu circa 32,4 Prozent aus Frauen.
- In der Medizin werden weibliche Körper, Symptome und Risiken weiterhin untererforscht und unterrepräsentiert.
- Frauen werden deutlich häufiger Opfer sexualisierter Gewalt und häufiger Opfer von Partnerschaftsgewalt, wie die aktuelle Dunkelzifferstudie des Bundes zeigt,
- Frauen, die sich für Frauen- und Minderheitenrechte einsetzen, werden geschlechtsspezifisch bedroht, beleidigt und aus der Öffentlichkeit gedrängt.
„Diese und viele weitere Ungleichbehandlungen haben letztendlich eine gemeinsame strukturelle Ursache: Das gesellschaftliche Macht- und Ordnungssystem, das Männern strukturelle Vorteile verschafft und Frauen systematisch benachteiligt, heißt Patriarchat“,
so Svenja Gruber.
„Um den Verfassungsauftrag zu erfüllen, muss der Staat konsequent patriarchale Strukturen abbauen und durch gerechte, gleichberechtigende Rahmenbedingungen ersetzen, damit Frauen und Männer gleiche Entwicklungs- und Lebenschancen in Deutschland haben.“
