Gelebte Integration: Schulung in der Nachbarschaftshilfe für Ukrainer:innen

Nachbarschaftshilfe-Schulung, organisiert vom Pflegestützpunkt im Kreis Segeberg in Kooperation mit der Gemeinde Henstedt-Ulzburg

„Die wichtigsten Bestandteile in der Begleitung, Betreuung und Versorgung von Menschen mit einem Hilfe- und Pflegebedarf sind die Angehörigen und oft auch professionelle Pflegekräfte. Daneben aber gibt es eine weitere Gruppe, deren Engagement und Leistung nicht zu unterschätzen ist: Es sind die Ehrenamtlichen“, wissen Tanja Barthel und Birgit Damrau vom Pflegestützpunkt im Kreis Segeberg. „In der Betreuung und Begleitung von Senior:innen sind Ehrenamtliche eine zunehmend wichtige Gruppe – nicht um Angehörige und professionelle Pflege zu ersetzen, sondern um sie zu ergänzen.“ In einem neuen Projekt haben die Beiden aktuell eine Schulung für neu hierher gezogene Ukrainer:innen entwickelt, die Lust haben, sich ehrenamtlich in der Nachbarschaftshilfe zu betätigen. „Als Nachbarschaftshelfer:innen können sie Menschen unterstützen, die bereits einen Pflegegrad haben. Dies geschieht zum Beispiel bei Einkäufen, beim gemeinsamen Kochen oder leichten hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, bei Arztbesuchen, bei gemeinsamen Ausflügen und Aktivitäten“, so Birgit Damrau. Wie sie erklärt, können zertifizierte Nachbarschaftshelfer:innen  über den sogenannten Entlastungsbetrag im Rahmen der Pflegeversicherung ab Pflegegrad 1 eine Aufwandsentschädigung in Höhe von acht Euro pro Stunde erhalten. „Ein Vorteil für beide Seiten – unsere neuen Mitbürger:innen und pflegebedürftige Menschen: Die teilweise noch wenig vorhandenen Deutschkenntnisse und kulturellen Unsicherheiten der Ukrainer:innen werden im gemeinsamen Erleben schneller erlernt“, sagt Tanja Barthel. „Und pflegebedürftige Menschen können neben der Hilfe, die sie erhalten, vom kulturellen Austausch profitieren.“ Der Pflegestützpunkt ist nach der Schulung Ansprechpartner zur Kontaktaufnahme, zur Begleitung und unterstützt bei Fragen.

In Kooperation mit der Gemeinde Henstedt-Ulzburg hat der Pflegestützpunkt eine Nachbarschaftshelfer:innen-Schulung für Ehrenamtliche im Kreis Segeberg vorgenommen. Ort war die Unterkunft für ukrainische Frauen und Familien im Tiedenkamp 2. Neun Nachbarschaftshelferinnen erhielten dabei das Zertifikat. „Das ist ein tolles Projekt, das zu einer gelebten Integration bei uns beiträgt“, sagt Valerij Serdjuk. Der Integrationsbeauftragte der Gemeinde Henstedt-Ulzburg hat dafür gesorgt, dass die Inhalte des Kurses vom Deutschen ins Russische übersetzt wurden. „Wir sind froh und stolz, dass der Kurs so gut angenommen wurde – und hoffen sehr, dass die neuen Nachbarschaftshelfer:innen aus der Ukraine ihr Wissen bald schon bei interessierten Henstedt-Ulzburger:innen anwenden können.“

Alle Menschen in Henstedt-Ulzburg und Umgebung, die Lust haben die Integration der Ukrainer:innen zu beleben, selbst einen Pflegegrad besitzen und Unterstützung im Alltag möchten, können sich beim Pflegestützpunkt im Kreis Segeberg per Telefon unter 040-528 83 830 melden.

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