Internationaler Frauentag 2020 - "Halbe Macht den Männern!"

Svenja Gruber, Gleichstellungsbeauftragte

„Halbe Macht den Männern!“ fordert Gleichstellungsbeauftragte Svenja Gruber zum Internationalen Frauentag 2020. Der internationale Frauentag, der seit 1911 jährlich am 8. März begangen wird, erinnert an die Erfolge, die die Frauenbewegung bereits erzielt hat, aber der Gedenktag mahnt auch, dass die tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau in Deutschland noch nicht erreicht ist. „In Sachen Gleichstellung geht noch was“, ist Svenja Gruber überzeugt. „Nach wie vor führen beispielsweise traditionelle Rollenvorstellungen und die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit innerhalb der Familie zu strukturellen Benachteiligungen.“

  • Bruttolöhne von Frauen in Deutschland sind statistisch 21% niedriger als die von Männern.
  • Dadurch fällt auch die Rente deutlich kleiner aus: Frauen beziehen in Deutschland ein um 60% geringeres eigenes Alterssicherungseinkommen als Männer.
  • 84% der Alleinerziehenden sind Frauen. Das Armutsrisiko bei Alleinerziehenden ist um ein Vielfaches höher als im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.
  • Mütter verbringen doppelt so viel Zeit mit ihren Kindern als Väter.
  • Über 70% der unbezahlten Haus- und Betreuungsarbeit wird von Frauen geleistet.
  • 5% der Regionalzeitungen haben Chefredakteurinnen.
  • Der Frauenanteil in Vorständen börsenorientierter Unternehmen beträgt 6,6%.
  • 22% der Hochschulprofessuren sind weiblich.
  • 7% großen Städte und Kreise in Schleswig-Holstein hatten 2017 eine Oberbürgermeisterin oder Landrätin.
  • 40% der Frauen haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlitten.

Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag

Aber der Internationale Frauentag lädt auch wieder dazu ein, das bisher Erreichte zu feiern. Dazu organisiert Svenja Gruber verschiedene Veranstaltungen:

  1. Svenja Gruber lädt traditionell wieder zu einem frauenbewegten, historischen Ausflug nur für Frauen nach Hamburg ein, dieses Jahr am Samstag, 14. März. Nach gemeinsamer Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem reichhaltigen Brunch werden die Frauen von Wiebke Johannsen zum Stadtrundgang „Diskriminierung und Verfolgung gleichgeschlechtlich liebender Menschen“ Die Historikerin und Hamburgkennerin nimmt die Frauengruppe mit auf eine unterhaltsame und lehrreiche Tour durch St. Georg: Die Teilnehmerinnen erfahren, was queer war am Schauspielhaus, wo sich Lesben, Schwule und Transvestiten in den 1920er Jahren trafen, wo der schwule Buchladen war und wie die schwule Mittelschicht in den letzten Jahrzehnten zu Aufwertung, Aufschickung und Verdrängung in St. Georg beigetragen hat. Geklärt wird auch, wer eigentlich der Namensgeber Georg war… Das Schicksal von in der Nazi-Zeit verfolgten Homosexuellen wird ebenso Thema sein wie gewesene Mädchenschulen und Damenstifte. Ein Justizmord, Anklagepunkt Sodomie, führt die Gruppe ins 18. Jahrhundert.
    Henstedt-Ulzburger Frauen auf ihren frauenbewegten, historischen Stadtrundgängen in Hamburg
    (Henstedt-Ulzburger Frauen auf ihren frauenbewegten, historischen Stadtrundgängen in Hamburg)

    Anmeldungen für die noch wenigen Restplätze unter gleichstellungsbeauftragte@h-u.de

  2. In Kooperation mit der Gemeindebücherei und -mediothek findet die Lesung „Ich habe jetzt genau das richtige Alter“ von Adrienne Friedlaender am 18.03.2020 statt:
    Verliebt, verlobt, verheiratet ... Und dann glücklich bis ans Ende aller Tage? Das Leben ist nicht planbar und die Liebe noch viel weniger. Aber muss man sich davon ausbremsen lassen oder gleich den Kopf in den Sand stecken? NEIN, sagt Adrienne Friedlaender und schreibt mit Witz und erfrischender Ehrlichkeit übers Leben, das nie tut, was man von ihm will; übers Vollgas-Geben beim Suchen und Finden der Liebe, über verflixt-verrückte Onlinedates, das Älterwerden und was das alles miteinander zu tun hat. Denn: Auch Sie haben jetzt genau das richtige Alter, Sie müssen nur noch rauskriegen, wofür! Ein Buch für Frauen, die vom Leben zurück auf Start geschickt wurden und vor den Fragen stehen: Und jetzt? Was will ich eigentlich – und was geht da noch?

Mit freundlichen Grüßen

Svenja Gruber

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